Diskussionsrunde am Barcamp 2014 – Blogger Relations

Geschrieben am Allgemein

Am Samstag durfte ich mit Adrienne von der Neuen Zürcher Zeitung darüber diskutieren, ob Blogger nach einem PR-Event kaufbar seien. Das Ganze fand im Rahmen des Barcamps 2014 statt und alle Teilnehmer dieser Session durften natürlich ihre Meinung zu diesem Thema äussern.

Grund für diese Session war ein kleiner 140 Zeichen Schlagabtausch zwischen mir und Adrienne am Donnerstagabend auf Twitter, nachdem die Neue Zürcher Zeitung über die Search.ch App schrieb, welche an einem Blogger „Klassentreffen“ in Bild und Wort vorgestellt wurde und Konsumenten nun nicht zufrieden sind.

Für mich war es wieder einmal ein Angriff auf meine Person als Blogger und sollte nach dem iO App Dilemma endlich ein Ende haben, welches für alle Parteien auf irgendeine Art verträglich ist.

Transparenz muss her und existiert bei einigen Bloggern auch bereits in irgendeiner Art.
Meine Forderung war aber auch, das diese Transparenz auch auf der Seite der Journalisten existiert, denn auch diese werden zu Events eingeladen und erhalten hier und da mal ein Goodie zum behalten.

Nun hatten Adrienne und ich eigentlich nicht direkt etwas gegeneinander und verstanden und von Anfang an sehr gut (sie bezeichnet sich selber auch als Bloggerin), was dazu führte einen Art Kodex zu erstellen, welcher als eine Art Versöhnung zeitgleich bei der NZZ publiziert wird. Diesen Kodex bzw. dieses Manifest, wie wir es nennen, dient als Richtlinie und uns ist bewusst, das es Blogger und Journalisten gibt, welche sich an diese Art von Transparenz nicht halten werden. Mir selber ist zudem bewusst das es auch für mich eine Änderung der Kommunikation benötigt. Zwar bin ich nicht für positive Meinungen käuflich, teste hier und da aber trotzdem gerne vorab Gadget oder gehe an Promo Events.

Meiner Meinung nach, fordert dieses Manifest auch ein Umdenken von PR Agenturen oder Veranstalter von Events.

Blogger-Relation Manifest für Blogger-Relations (24.8.14/13.00 Uhr

Dieses Manifest entstand als Folge einer kontroversen Debatte zwischen @swissky (Blogger) und @adfichter ( Social Media/Digital Redakteurin und auch Bloggerin) zur Session Blogger-Promoevents am #barcampCH im Karl der Grosse am 23. August 2014.

Im Sinne einer Annäherung zweier unterschiedlicher Standpunkte versuchen die Diskussionsteilnehmer in diesem Manifest gemeinsame Richtlinien für den Umgang mit Einladungen an Presskonferenzen oder Events für die Promotion von Produkten, Dienstleistungen oder anderen Leistungen zu skizzieren. Denn Blogger sind wichtige Opinion Leaders und tragen dieselbe Verantwortung wie Medienschaffende. Um unnötige künftigen Kontroversen und Unsicherheiten bei solchen Fragen aus dem Weg zu räumen, haben sich die Teilnehmer auf Richtlinien bezüglich der Transparenz der Kommunikation und Organisation von Blogger-Events geeinigt.

Richtlinien für Blogger:

Wenn Du als Blogger involviert bist in die Organisation eines Blogger-Events im Auftrag einer Firma, Verbands, NGO oder Institution gegen Entgelt, deklariere dies in Deinem anstehenden öffentlichen Beitrag (Blog, Tweet etc.). Eine Benennung der Höhe des Honorars ist nicht notwendig.
Wenn Du als Blogger involviert bist in die Organisation eines Blogger-Events im Auftrag einer Firma, Verbands, NGO oder Institution, kennzeichne den Event (Hashtag) öffentlich klar mit Bezug der einladenden Partei (keine weiteren irreführenden Bezeichnungen).
Empfehlenswert (no must): Jeder Blogger sollte im Sinne der Transparenz wegen einen kurzen Disclaimer in seiner “About” -Rubrik formulieren, ob er grundsätzlich über Produkt und Dienstleistungen oder andere Leistungen im Auftrag einer Organisation/Institution/NGOs in seinem Blog schreibt (oder Anfragen entgegennimmt).

Richtlinien für Unternehmen/NGOs/ Institution:

Wenn Du Blogger zur Promotion eines Produkts, einer Dienstleistung oder einlädst (kommerzieller Hintergrund), kennzeichne den Event (Hashtag) öffentlich klar mit Bezug zu Deiner Unternehmen/Organisation/Institution (keine weiteren irreführenden Bezeichnungen)
Einladung: Wenn Du Blogger zur Promotion eines Produkts, einer Dienstleistung oder anderen Leistung einlädst, sollte klar deklariert werden, in welcher Produktphase sich das präsentierte Angebot befindet und welche Erwartungen an die anwesenden Teilnehmer (Meinungen, Feedback, öffentliches Twittern) gerichtet sind.
Wenn Du Blogger zur Promotion eines Produkts, einer Dienstleistung oder anderen Leistung einlädst (kommerzieller Hintergrund?) sollte klar deklariert werden, welche Folgekommunikation an die anwesenden Blogger gewünscht wird.

Während der Diskussion wurden regelmässig auf die nicht vorhanden Transparenz der Journalisten hingewiesen, weshalb wir zur Gleichstellung beider Publikationsmediume eine Richtlinie für Printmedien vorlegen möchten.

Richtlinien für Verlage, Medienhäuser, Journalisten:

Als Zeicher der Transparenz, sollten Journalisten im Artikel vermerken wenn dieser durch ein Produktetest oder ein Honorar unterstützt wurde.

Unterzeichnet von:

Adrienne Fichter @adfichter
Kevin Kyburz @swissky

Geschrieben von Kevin

Kevin Kyburz ist Blogger, Social Media Exponent, Kolumnist, Sportsmann, Coffeejunkie, Kitchengroover und wohnt in Zürich.

Kommentare(10)
  1. Andrea Jerger 24. August 2014 um 14:52

    Lieber Kevin, liebe Adrienne

    Danke für euer Arbeit.
    Ich habe mir genau so was gewünscht.
    Transparenz auch bei Blogger.

    Danke und freue mich auf weiter geile Blogeintrage.

  2. Martin @pokipie Rechsteiner 24. August 2014 um 15:07

    Bis anhin hab ich immer angegeben wenn ich Produkte bekommen habe und das auch so kommuniziert, wie das aber mit Twitter gemeint ist, versehe ich nicht ganz (musst mir dann mal noch erklären @kevin).

  3. michael 24. August 2014 um 16:19

    Gut zusammengetragen, danke dafür Kevin. Was in meinen Augen vertrauenswürdige Blogger ausmacht, ist Transparenz. Daran sollten wir uns alle halten und die Journalisten haben hier auch noch Aufholbedarf.

  4. Christian Leu 24. August 2014 um 17:31

    @Michael
    Ich halte von dem ganzen sehr wenig und bin Aufgrund deiner Reaktion noch einmal über deinen Airwheel Beitrag geflogen und kann dort auch nicht wirklich nachvollziehen wie du nun zu deinem Airwheel gekommen bist. Hast Du es zum testen erhalten und danach gekauft? Wurde es Dir überlassen oder wirst Du es irgendwann zurückgeben? Sorry, vielleicht erwähnst Du es im Video, aber so auf die schnelle kann ich es nicht erkennen.

    • michael 24. August 2014 um 20:12

      @Leu:
      Ich werde jetzt nicht ganz schlau: Wovon haltest du genau wenig? Von Transparenz?
      Danke übrigens für deinen Hinweis zum Airwheel-Beitrag. Ich habe nun noch einen Absatz dazu ergänzt, womit nun klar sein sollte, wie das ganze ablief. Kurz: Ursprünglich war es als Test-Gerät gedacht, welches ich wieder hätte zurücksenden müssen. Da die Importeure nun gespürt haben, dass ich wirklich begeistert von diesem Ding bin (und das bin ich auch), darf ich es ausnahmsweise weiterhin behalten und verwenden. Ich bekomme aber keine Provision oder etwas in der Art (das war auch nie mein Ziel).

  5. Pingback: Social Buzz zum BarCamp Schweiz | MonitoringMatcher

  6. Pingback: Blogger-Manifest: Bitte nur den kleinst gemeinsamen Nenner | Blog von Adrienne Fichter

  7. Pingback: m_Blog » Ein sensationelles #BarcampCH bleibt in Erinnerung

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